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Biographie Lutz Deisinger

Lutz Deisinger ist gemeinsam mit Hans Ronald van der Starre einer der Bewohner und Gestalter des Herrenhauses.

Während Hans Ronald v. d. Starre die bauliche Gestaltung verantwortet, ist Deisinger für die Veranstaltungs-Planung zuständig. Dies ist sein Werdegang:

Er ist von Beruf Theaterleiter, Kultur-Manager, und Veranstalter und wurde vor allem als Mitbegründer und langjähriger künstlerischer Leiter der Berliner Kultureinrichtungen Bar jeder Vernunft und Tipi am Kanzleramt bekannt.

Lutz Deisinger wurde am 29.07.1958 in Geldern am Niederrhein geboren und wuchs in Herdecke im Ruhrgebiet auf, wo er 1978 sein Abitur machte.

Nach seinem Zivildienst in Düsseldorf studierte er von 1980 bis 1986 Theaterwissenschaften in Berlin.

1980 hospitierte er am Schauspiel Köln unter der Intendanz von Jürgen Flimm bei der Produktion „Frohe Feste“ von Alan Ayckbourne.

Von 1983 bis 1987 war er freier Mitarbeiter bei der Berliner Festspiel GmbH/Berliner Festspiele in den Bereichen Organisation und Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig.

1985 realisierte er gemeinsam mit dem Schweizer Regisseur Marcel Gisler den Spielfilm „Tagediebe“, in dem Deisinger auch eine der drei Hauptrollen übernahm. 

„Tagediebe“ erhielt 1985 bei den Filmfestspielen von Locarno/Schweiz den Silbernen Leoparden.

Im selben Jahr wurde Deisingers Kurzfilm“ Stilleben“ im internationalen Wettbewerb der Berliner Filmfestspiele „Berlinale“ gezeigt.

Von 1987 bis 1989 arbeitete Deisinger im Gründungskollektiv des Berliner linksalternativen Radio-Senders Radio 100 als Redakteur und Moderator für Kultur- und Sozial-Politik.

In derselben Zeit arbeitete er als freier Journalist für Radio Bremen, Süddeutscher Rundfunk, Hessischer Rundfunk und unter dem Pseudonym Rainer-Maria Bilka bei der taz.

Von 1988 bis 1991 verfasste er als freier Autor für die Publikation „Theater Heute“ Rezensionen und Reportagen.

Gemeinsam mit dem Kabarettisten Holger Klotzbach gründete er 1992 das Cabaret-Theater „Bar jeder Vernunft“ und 2002 zusätzlich das Theater „Tipi am Kanzleramt“. 

Während Klotzbach die administrativen und betriebswirtschaftlichen Aufgaben der Häuser übernahm, ist Deisinger bis heute (mit einer Unterbrechung von 2009 bis 2011) Künstlerischer Leiter beider Bühnen.

Unter seiner Leitung wurde die Bar jeder Vernunft laut „Stern“ zu einem „der ersten Häuser gehobener Unterhaltung“ in Deutschland. KünstlerInnen wie Georgette Dee, Tim Fischer, Max Rabe, Die Geschwister Pfister, Meret Becker, Michael Mittermeier, Eckart von Hirschhausen erreichten in der „Bar jeder Vernunft“ zum ersten Mal eine größere Öffentlichkeit. Mit dieser neuen Generation von Unterhaltungskünstlern setzte Deisinger Impulse für die gesamte deutsche Theaterlandschaft.

1994 wurde die Bar jeder Vernunft mit ihrer Produktion „Im Weißen Rößl am Wolfgangsee“ schlagartig bundesweit bekannt. In dem Singspiel von Ralph Benatzky standen sich in der Bar jeder Vernunft erstmals etablierte Darsteller aus der Berliner Schaubühne wie Otto Sander, Walter Schmidinger und Gerd Wameling und Unterhaltungskünstler der freien Szene Berlins gegenüber.

Deisinger zeichnet für weitere Produktionen verantwortlich, die überregionale Beachtung fanden wie 1993 „Tabernac“ mit Meret Becker, 1995 „Hudson Shad singing Comedian Harmonies“ mit 5 Opernsängern aus den Vereinigten Staaten, 1997 „Drei alte Schachteln in der Bar“ mit Brigitte Mira, Helen Vita und Evelyn Künnecke, bei der er auch Regie führte.

2004 entwickelte er für die Berliner Bühnen die Produktion „Cabaret – Das Musical“ in der Regie und Choreographie von Vincent Paterson. „Cabaret – das Musical“ läuft bis heute jedes Jahr 3 Monate in der Spielstätte „Tipi am Kanzleramt“ und ist somit die am längsten gespielte Produktion in Berlin überhaupt.

Während seiner Zeit als Künstlerischer Leiter in der „Bar jeder Vernunft“ war Deisinger viermal Jury-Mitglied im Bundeswettbewerb Gesang: 2001, 2005, 2013 und 2017.

Gemeinsam mit den beiden Künstlern Michael Heller und Christopher Bolam entwicklete Deisinger Konzept, Dramaturgie und Texte der Show „Oh What a Night“, die seit 2020 ebenfalls mehrere Monate jährlich in der Bar jeder Vernunft mit großem Erfolg gezeigt wird.

Weitere Produktionen, die unter der Verantwortung Deisingers entstanden sind u.A.:

2006 „Caledon – Die Schottischen Tenöre“, 2016 „La Cage aux Folles“, 2014 „Frau Luna“ von Paul Lincke, 2019 „Die fünf glorreichen Sieben“ (mit Katharina Thalbach, Andreja Schneider, Meret Becker, Annamateur und Anna Fischer, 2020 „Pasquale Aleardi – Mein Grand Prix“.

Deisinger ist verheiratet mit Hans Ronald van der Starre. Beide haben drei Pflegekinder.

Dölitz 62, 17179 Gnoien
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